Fonds-Information November 2015

Nachdem die letzten Wochen von steigenden Kursen geprägt waren, kommen jetzt bereits bekannte Probleme neu auf den Tisch. Die Überkapazitäten im Rohstoffsektor zwingen die Öl- und Bergbaukonzerne, ihre Strategien anzupassen.
Auf der anderen Seite gibt es weiter Übernahmen. Die verschwiegenen Reimanns sind zurück und kaufen mit einer Milliardentransaktion im Kaffeegeschäft zu.

Die Mellinckrodt 2 SICAV ist im Moment wie folgt positioniert:

1. Weiterhin keine Rohstoffaktien
2. Verkauf der letzten verbliebenen Industriewerte mit Ausnahme von Comet
3. Verstärkte Konzentration auf Konsum und Finanzwerte mit direktem Endkundenbezug

Top 3 im Fonds ist der italienische Kaffeehersteller Zanetti-Segafredo. Weitere klassische Konsumwerte sind Lindt & Sprüngli und Hornbach.

Insgesamt ist rund 30% des Fonds derzeit im klassischen Konsumsektor investiert, weitere 15% in Finanzwerte mit direktem Bezug zu Endkunden. Swissquote, der führende Onlinebroker der Schweiz und die schwäbischen „Häuslebauer“-Finanzierer Wüstenrot & Württembergische zählen eher zu den noch unentdeckten Gewinnern des Wandels im Finanzsektor. FinTech‘s mit Bewertungsabschlag aufgrund noch fehlender Bekanntheit. Besonders innovativ ist Ferratum, die sich im Vergleich zu den etablierten Banken aufgrund ihrer neu etablierten Plattform durch große Kostenvorteile auszeichnet. Diese Vorteile sind zwar erst in Anfängen sichtbar, haben nach unserer Einschätzung aber das Potential, vielen Filialbanken erhebliches Kopfzerbrechen zu bereiten.

Aktien aus der Schweiz bilden aktuell den größten Schwerpunkt im Fonds mit 35 Prozent.
Deutsche Aktien liegen in der Summe bei 27 Prozent. Die ausschließlich in Euro gehaltene Kasse macht ebenfalls rund 27 Prozent aus.

Update Commodity-Lehman

Fallende Rohstoffpreise und im Gleichschritt damit fallende Rohstoffaktien sind wieder ein Thema. Heute gab – wahrscheinlich nur als Erster – Anglo American bekannt, dass die Dividende gestrichen wird.

Der Rohstoffsektor fängt an, sich auf die neue Zeit einzustellen. Dazu gehört sicher auch, dass die Bezahlung von Dividenden durch die Aufnahme von Krediten eingestellt wird. Die Manager müssen sich eingestehen, dass der China-Boom vorbei ist.
Die Konsolidierung des Rohstoffsektors kann einen Boden finden, wenn grundlegende Änderungen in den Geschäftsmodellen nicht nur verkündet, sondern auch umgesetzt werden. Der Einsatz von Krediten nur noch um das Geschäft auszuweiten, ist ein wichtiger Indikator für den notwendigen Strategieschwenk im Sektor.

Am Ende holt die „Miner“ das „Law of holes“ ein:
„If you find yourself in a hole, stop digging“
(Wikipedia: Law of holes)

Anders gesagt: wenn Rohstoffe im Überfluss produziert werden, führt eine steigende Förderung nicht zur Lösung der Probleme. Sie dient ausschließlich zur kurzfristigen Befriedigung von Gläubigern (Ölförderer in den USA) oder zur Aufschiebung von eigentlich notwendigen Budgetkürzungen und Steuererhöhungen (Saudi-Arabien, Irak und Russland). Das Gleiche gilt für Industrierohstoffen. Wenn nur Glencore die Kupferförderung reduziert, ist die Entwicklung noch nicht am Tiefpunkt angekommen.
Lichtblicke zeigen sich andererseits in Ländern wie Argentinien oder Honduras, die lange versucht haben, die Marktkräfte durch staatlichen Dirigismus auszuschalten. In beiden Ländern kam oder kommt es zu friedlichen Regierungswechseln. Geradezu eine Wohltat im Vergleich zum Nahen Osten. Beide Länder spielen – durchaus unterschiedlich – für einzelne Rohstoffmärkte eine Rolle; Argentinien im Bereich der Soft Commodities, Venzuela bei Öl. Zur Auslösung einer Trendwende sind beide zu klein, aber als Vorboten des noch fernen Frühlings sicher Willkommen.

Die Manager der Rohstoffkonzerne müssen die unrealistischen Versprechen der Vergangenheit aus dem Weg räumen. Dabei werden Wechsel in den Chefetagen nicht ausbleiben und eine derartig große Rezession in einem Sektor ohne spektakuläre Pleiten ist auch kaum vorstellbar.
Ein Wiedereinstieg in den Sektor ist denkbar, aber man sollte sich nicht zu sehr beeilen. Die Bullenfalle beim Ölanstieg auf 60 US$ im Jahresverlauf ist hierfür eine Warnung.

Glencore als Handelshaus und Minenbetreiber ist in allen Rohstoffmärkten engagiert. Nach den Tiefständen in Q3 hat sich die Aktie zwischenzeitlich erholt, um sich seit wenigen Wochen auf den Weg zu machen, erneut die Jahrestiefs zu testen.

Fundamental ermöglicht das Internet vorher ungekannte Transparenz. Kennen Sie schon das Glencore-o-meter? Es handelt sich dabei um ein Onlinetool zur Bewertung von Glencore.

Bei näherer Analyse mit dem Tool kommen zwei Dinge zum Vorschein:

1. Währungsentwicklungen spielen eine sehr große Rolle.
Eine Bewertung von Glencore ohne eine konkrete Einschätzung der Entwicklung des US-Dollars zum Australischen Dollar und zum Südafrikanischen Rand ist kaum möglich.
2. Glencore hat vielfältige Möglichkeiten, auf die Rückzahlungsforderungen von Gläubigern zu reagieren. Ob es gelingt, das Investment Grade Rating zu erhalten, bleibt abzuwarten. Das Kanton Zug spürt jedenfalls schon die Steuerausfälle des Konzerns. Aber eine Pleite ist Stand heute weniger wahrscheinlich als im September. Ivan Glasenberg hat schon andere Stürme überstanden und für ihn kommen sicher auch wieder bessere Tage.

Letter to the CEO

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Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge nach Schweizer Modell ist jetzt auch in Deutschland angekommen.


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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