Stock-Picking-Markt

Was für Fondsinvestoren wichtig ist

1. Kein kurzfristiger Absturz

Die starke Erholung der Aktienkurse im ersten Quartal hat die US-Märkte bereits wieder auf das Niveau der historischen Höchststände zurückgeführt. Dies gilt allerdings nicht für alle Teilbereiche des Aktienmarktes, insbesondere nicht in Europa.

2. Fokus Aktien-LONG

Signifikante Erholungspotentiale bieten sich im Moment deshalb bei Einzeltiteln mit Fokus auf Europa. Keine Anlageregion ist bei weltweiten Investoren derzeit so unbeliebt wie diese.

Der Fonds hat seit Beginn des zweiten Quartals schrittweise die Kursabsicherungen abgebaut und die Kasse auf unter 10 % reduziert. Damit liegt die Quote der Aktien-LONG-Investments bei über 90 % des Fondsvolumens.

Neu in das Portfolio aufgenommen wurden Aktien aus den Bereichen Bauzulieferer, Industrie und Technologie. Größte Fondsposition ist derzeit der Bauzulieferer Geberit aus der Schweiz, der sich bereits erfreulich entwickelt hat, aber immer noch Erholungspotential aufweist.

Im Technologiebereich wurden bisher keine Halbleiterwerte gekauft, weil hier weiterhin zu beobachten ist, dass die starken Kursanstiege nicht durch entsprechende positive Unternehmensnachrichten untermauert werden. Der Philadelphia Semiconductor Index ist insbesondere im ersten Quartal sehr stark angestiegen – dass sich dies so fortsetzen wird, davon sind wir nicht überzeugt und halten uns deshalb weiter fern.

Technologieaktien aus den Bereichen Software und Datenmanagement sowie Zulieferer für Roboterhersteller und den Automobilbereich erscheinen uns derzeit attraktiver als der Halbleiterbereich. Gleiches gilt für die bereits erwähnten europäischen Industriewerte, deren Kurse sich schon leicht erholt haben, aber immer noch erhebliches Aufholpotential aufweisen.

3. Weiterhin keine Small Caps

Unabhängig davon haben wir weiterhin keine signifikanten Investitionen in Small Caps getätigt, sondern bleiben im Bereich der Mid und Large Caps investiert. Nahezu alle Aktien können im Fall notwendig werdender Absicherungen durch Single Stock Futures gehedged werden. Die Kasse hält der Fonds derzeit per Saldo in Schweizer Franken.

4. Globale Politikrisiken auf der langen Bank – Zinsen bleiben unten

Nach Ablauf des ersten Quartals ist festzuhalten, dass die großen Themen Handelsstreit zwischen den USA und China sowie Brexit beide andauern und die Akteure alle auf Zeit spielen. Mehrheiten für eine radikale Lösung gibt es zudem bisher auch nicht. Außerdem verbreitet die US-Notenbank konsequent den Anschein, sich zukünftig ähnlich passiv zu verhalten, wie dies bereits seit Jahren bei den Notenbanken in Europa und noch länger in Japan der Fall ist.

5. Anlagennotstand Q2.19

Der angesichts zeitweilig steigender Zinsen Ende 2018 fast schon vergessene Anlagennotstand für Investoren weltweit ist im zweiten Quartal 2019 wieder voll auf dem Tisch.

Zusätzlich treibt FOMO (fear of missing out – Angst zu verpassen) die Kurse. Die Tatsache, dass viele Marktteilnehmer weiterhin unterdurchschnittlich in Aktien investiert sind und ihre Investitionsquoten noch durch die negative Entwicklung im vierten Quartal 2018 beeinflusst sind, spricht auch eher für zumindest kurzfristige Stabilität über den Sommer. Mit einer ähnlichen Krisensituation wie Ende 2018 ist derzeit wohl noch nicht zu rechnen.

6. Risiken werden vertagt, nicht beseitigt

Ob die Abwartehaltung bei Politik und Investoren sich auch im Herbst noch ähnlich darstellen wird, bleibt abzuwarten. Der Januar 2019 war an den Aktienmärkten der beste seit 1987 – was dann im Oktober 87 geschah, ist bekannt. Das muss sich nicht wiederholen, aber ausgeschlossen ist es auch nicht.

Im Moment ist Stock-Picking die Vorgehensweise der Stunde und dies kann länger so bleiben, als das viele heute vielleicht erwarten.


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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