Deutsche – living the „Glencore-Moment“

Deutsche – living the ‘Glencore-Moment’

Der Börsenwert der Deutschen Bank (im angloamerikanischen Sprachraum oft einfach ‚Deutsche‘ genannt) entspricht derzeit etwa 25% des bilanziellen Eigenkapitals. So könnte ‘Deep Value‘ aussehen. Aber nur, wenn man wüsste, was die Rechtsstreitigkeiten am Ende aller Tage wirklich kosten und welche Chancen und Risikenbei den Derivaten schlummern. Die Komplexität ist extrem hoch – Außenstehende können sich derzeit nicht wirklich ein verlässliches Bild machen.

Vor etwa einem Jahr schrieb ein Analyst von Investec, der Wert des Eigenkapitals von Glencore sei Null. Die Firma gehöre de facto allein den Gläubigern. Ein halbes Jahr später erklärte Ivan Glasenberg, der CEO von Glencore, dass die Aktionäre auch dann, wenn sie der Auffassung seien, dass die Prognosen des Glencore-Managements zu den Rohstoffpreisen falsch seien, trotzdem davon überzeugt bleiben müssten, dass Glencore nicht insolvent gehen wird. Für mich ist das der ‚Glencore-Moment‘. Selbst als Management smart zu sein ist wichtig und war quasi Geschäftsprinzip von Glencore. In der bisher größten Krise des Unternehmens reichte es aber nicht aus, um als Publikumsgesellschaft die schwierige Situation zu meistern, die durch den starken Rückgang der Rohstoffpreise entstanden war.

Die anderen Stakeholder – Aktieninvestoren, Kreditgeber, Mitarbeiter, Kunden und auch die Staaten – müssen mitgenommen und immer wieder neu von der Solidität des Geschäftes überzeugt werden. Bis zum öffentlichen Eingeständnis dieser unabdingbaren Notwendigkeit und den damit einhergehenden massiven Veränderungen in Bilanz und Geschäftsmodell brauchte Ivan Glasenberg etwa ein halbes Jahr.

Die Abspaltung des Derivategeschäfts, wie am Wochenende für die Commerzbank diskutiert, eine höhere Kapitalausstattung, die amerikanische Wettbewerber gut finden würden (warum wohl?!) oder andere Wege – wir werden es alle erleben, denn die Deutsche Bank muss und John Cryan wird einen Weg finden, die derzeitigen Probleme zu lösen. Dass dabei Berlin bisher keine besondere Hilfe ist, bleibt wohl eher eine Randnotiz. Stichworte sind „Wealth Management“ und die zweifellos vorhandenen, großen Kompetenzen im Bereich der weltweiten Abwicklung aller Arten von Wertpapiergeschäften.

John Cryan: ‚Just do it – but take your time!‘


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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