Kurssturz am 9. September 2016

Auch im August setzte sich die Bergfahrt am Aktienmarkt wie bereits in den Vormonaten fort. Die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung nahm allerdings seit Mitte August deutlich ab. Der Fonds entwickelte sich dabei – wie in Aufwärtsphasen angestrebt – von der Performance her ähnlich wie der DAX.

Die Investitionsquote lag Ende August mit 96,8% Aktien ähnlich hoch wie Ende Juli. Im Verlauf des August und Anfang September haben wir aber bereits einige Aktien verkauft.

Verkauft wurden Unternehmen mit relativer Schwäche. Anders gesagt solche Gesellschaften, die – aus welchen Gründen auch immer – an der Aufwärtsbewegung des Marktes in den letzten Monate nicht teilgenommen haben.
Positionen reduziert wurden außerdem bei sehr stark im Kurs gestiegenen Gesellschaften, die in einer Abwärtsbewegung wahrscheinlich stärken fallen werden als der breite Markt.

Die aktuelle Aktienquote per Freitag beträgt mit 87% des Fondsvolumens bereits 10% weniger als per Ende August.

Zur Strategie in der kommenden Woche mehr im weiteren Verlauf des Textes.


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Die schwankungsarme Zeit am Aktienmarkt ist seit Freitag vorbei! Der S&P 500 schwankte zum ersten Mal seit vielen Wochen mehr als ein Prozent an einem Tag – und fiel 2,4%. Die anderen US-Indizes entwickelten sich analog.

Um 17:45 beim Börsenschluss in Deutschland lag der DAX mit 0,95% im Minus. Bis zum Eurex-Schluss um 22:00 Uhr verdoppelte sich das Minus auf 1,8%.

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Der bisher als gemäßigt eingeschätzte Eric S. Rosengren, Präsident und Chief Executive Officer der Federal Reserve Bank of Boston, machte kurz vor US-Börseneröffnung am Freitag (früher Nachmittag unserer Zeit) klar, dass eine Zinserhöhung der FED bereits im September nicht ausgeschlossen ist.

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Bob Pisani, CNBC Aktienkommentator,
fragte schon am Freitag Abend: „Is Rosengren bluffing?“.

Man kann es hin und her wenden, wie man will – wir wissen es Stand heute nicht. Aber festzuhalten bleibt, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Kurse wieder steigen, wenn die FED letztlich doch nicht die Zinsen im September erhöht.

Unabhängig davon erinnert mich die Situation stark an den Mai 2005. Die Hause war damals bereits zwei Jahres gelaufen und die erste größere Korrektur schüttelte die Märkte durch. Sechs Wochen später standen die Kurse höher als zuvor. Bis zu den Höchstkursen an den Märkten dauerte es noch weitere zwei Jahre.

Ausblick: Kaufgelegenheiten suchen
Die Historie zeigt, dass am Beginn von Zinserhöhungszyklen große Unsicherheit an den Aktienmärkten herrscht, die bis zu sechs Monate dauern kann. Das ganze legt sich, weil die Investoren erkennen, dass niedrige Zinsen zwar ein Problem für die Märkte sind, aber das operative Geschäft vieler Unternehmen nur wenig betreffen oder bei Finanzwerten sogar beflügeln.

Im Übrigen ändert sich am Anlageszenario für viele Investoren in Bezug auf Aktien wenig. Anleihen sind unattraktiv, während die Zinsen steigen, weil mit Kursverlusten zu rechnen ist. Damit wird der Anlagenotstand für die Investoren nicht kleiner, sondern größer. Das ganze ändert sich erst dann, wenn die Rendite langlaufender Staatsanleihen so hoch ist, dass es attraktiver ist, langlaufende Anleihen – mit höheren Zinsen als heute – zu kaufen und als überbewertet einzustufende Aktien zu verkaufen.

Den aktuellen Rückschlag können wir problemlos durchstehen. Alle Aktien, von denen wir nicht mehr überzeugt sind, haben wir in den letzten Wochen bereits verkauft. Abhängig vom Handelsverlauf am Montag werden wir die Positionierung beim Future nach unten anpassen – Kapitalerhalt geht vor Erholungsspekulation.

Unabhängig davon gehen wir auf Schnäppchenjagd: interessante Unternehmen gibt es noch genug. Unser Portfolio ist dabei weiter auf die Sektoren Technologie, Materials und Industrie ausgerichtet, bei denen wir von einer weiteren Branchenerholung ausgehen, die sich für unsere Unternehmen positiv auswirken wird.
Einen interessanten Finanzwert haben wir auch bereits identifiziert und begonnen, eine Position aufzubauen.

Hoch bewertete, bisher als sicher eingestufte Konsum- und Telekom-Aktien sowie ausgesprochene Dividendentitel sind in unserem Portfolio weiterhin nicht zu finden. Das Chance/Risko-Verhältnis bei diesen beliebten Anleihe-Ersatzanlagen ist nach unserer Einschätzung schon seit Monaten unattraktiv.


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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