Der Saudi-Crash

Öl und Aktien fallen im Gleichschritt.

Natürlich kann es sein, dass Öl auf US$ 10 fällt. 1993 war das low bei US$ 5. Aber wenn die Korrelation weitergeht, dann müssten die Aktienmärkte zusammen mit dem Ölpreis zwischen 70 und 90% weiter fallen.

Das ist völliger Unsinn!

Vergessen Sie die Fundamentals des Aktienmarkts. Die Probleme liegen ganz woanders.
Das Haus of Saud, die Erben der Mitakteure von Laurenz von Arabien, haben ein existenzielles Problem. Afghanistan, September 11, IS. Alles Ereignisse, die von Menschen gemacht wurden, die aus Saudi Arabien kommen. Der IS ist dabei der stärkste Feind der Scheichs.
Das Haus of Saud hat ein neues System der Thronfolge eingeführt. Nachdem alle möglichen Söhne oberhalb der 70 und 80 sich den Marschallstab in die Hand gegeben haben, gibt es jetzt einen neuen Chef: ein Prinz im Alter von 35. Ja, 35 – nicht 70.

… und Saudi-Arabien verhält sich jetzt anders.
Krieg im Jemen (verloren), Krieg im Ölmarkt (Ende offen), Streß an der Straße von Hormus (Iran ist „more welcome“ in Washington, als viele dachten).
Aber noch viel schlimmer: Saudi-Arabien hat ein Finanzproblem. Der Sovereign Wealth Fonds ist schon seit Monaten am Verkaufen von allem, was geht. Seit einigen Tagen ist zu hören, dass die Situation an den Aktienmärkten nur hierdurch zu erklären ist.

Deshalb heute: Der Saudi-Crash

Ein Problem der Saudis besteht darin, dass sie zum Verkaufen ihrer Assets Dritte benötigen – Investmentbanken, aus Amerika.
Diese wollen nicht so viel bezahlen, für die vielen Assets, die die Scheichs verkaufen, weil die Käufer aus Sicht der Investmentbanken mit Sicherheit die wichtigeren Kunden sind, als die Scheichs auf dem absteigenden Ast.
Das Ergebnis dieser Situation ist: Vormittags tiefe Kurse für die Scheichs, Abends höhere Kurse, damit die Käufer weiter Aktien kaufen. Aufgrund des offensichtlich hohen Volumens nehmen die Abstände zwischen Vor- und Nachmittag Ausmaße an, die wir länger nicht hatten. Vola nennt sich das.

Wann ist das zu Ende?

Dazu ein Satz aus dem Immobiliengeschäft:
„Der Untergang des Einen ist der Aufstieg des Anderen.“

Untergang heißt:
– Untergang der Wahabiten
– Neues Regime in Mekka
– Aufstieg der Schiiten
– Arabische Turbulenzen ohne Ende.

 


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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