Was haben Chinas Umweltprobleme mit uns zu tun?

Die Bilder von Chinareisenden haben sie vielleicht auch schon gesehen. Es sieht neblig aus – ist aber kein Nebel, sondern Smog. Und wenn man aus dem Flugzeug steigt, tun die Augen weh. Nicht vom Jetlag, sondern von der Luft!

Mit den Eingriffen in den Wertpapiermarkt beweisen die chinesischen Behörden gerade nicht so viel Geschick. Das sollte aber nicht davon ablenken, dass Regulierungen schon funktionieren können. Zum Beispiel beim Thema Mobilität.

Das Velos mit Elektromotor in China boomen, haben Sie vielleicht in der Zeitung gelesen. Wussten Sie aber auch, dass Foxconn einen neuen Produktbereich in das Portfolio aufnimmt? Das berichtet ein Vorstand einer unserer Beteiligungen beim One-on-one in dieser Woche.

Foxconn – das war doch die Firma, die mit zahlreichen Selbstmorden in den Fabriken zur Produktion von Handys konfrontiert war. Genau. Und jetzt trifft Foxconn Vorbereitungen, um zukünftig neben Handys auch Autos herzustellen mit Verkaufspreisen unter 15.000 $ – in Europa könnte man sagen: im Daccia-Segment.

Was hat das mit uns zu tun?

Das erklärt sich, wenn sie in einen Showroom von Tesla gehen und dort unter die Motorhaube schauen. Da ist ein simpler Elektromotor zu sehen – mehr nicht.
Getriebe, Kolben, Dichtungsringe, Kühlungen und all das andere, wofür die Ingenieure in Deutschland berühmt sind: Fehlanzeige. Foxconn baut übrigens nur Elektroautos – nicht auch: nur.

Womit wir beim MDAX wären. Dorf finden Sie viele der berühmten, profitablen und weltweit tätigen Autozulieferer. Die Branche ist im Land der Autohersteller größer, als die Autohersteller selber. Sicher, das wird alles noch lange dauern und der Landrover Defender wird ja auch jetzt erst, nach 30 Jahren, aus der Produktion genommen.
Aber das ändert alles nichts daran: „Das ist nicht der Stoff, aus dem die Träume sind, wenn man Aktionär bei Autozulieferunternehmen ist.“ Der Schwerpunkt im Autobau wird sich verschieben. Es bleibt zu hoffen, dass die Autoindustrie in Deutschland aus den Fehlern der Druckmaschinenindustrie gelernt hat. Der Kauf der Karten von Nokia HERE+ durch ein Konsortium Deutscher Autohersteller ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die Carsharing-Angebote gehören wohl auch dazu. Aber das sind nur Anfänge und der Verkauf von Fahrassistenzsystemen alleine wird die Autoindustrie nicht retten, wenn der Konkurrent nicht mehr Toyota ist, sondern Foxconn – einer der wichtigsten Apple-Zulieferer in Asien übrigens.
Einen Verkaufsraum von Mercedes gibt es noch in der Innenstadt von Frankfurt – es ist ein Café, in dem Autos stehen, in einer wohlwollend als 1B einzustufenden Lage. Apple ist schon da – aber in 1A in der MItte der Fressgass. Angesichts der Größe von Apple ist klar, dass die Applewatch nicht die Antwort auf die Wachstumserwartungen der Aktionäre ist.

Wir hatten erwogen, Norma in das Portfolio aufzunehmen. Ein tolles Unternehmen, aber Autozulieferer. Da haben wir lieber der kleineren INIT den Vorzug gegeben. Die liefert Produkte und Dienstleistungen für Nahverkehrsunternehmen weltweit. Ein boomender Markt, übrigens auch in China. Die gerade stattgefundene Großfusion im Bereich des Eisenbahnbaus wirft ihre Schatten voraus. Die Nr. 1 und die Nr. 2 in der Welt des Eisenbahnbaus aus China haben fusioniert. Siemens ist paralysiert, Bombardier will nach kursierenden Gerüchten seine Bahnsparte per IPO abspalten oder verkaufen.

Die Eisenbahnfusion ist sicherlich nicht ohne den Segen der Administration in Peking gelaufen und sie wirft ein Licht darauf, wo China seine Schwerpunkte setzt. Sie können jetzt wieder oben anfangen zu lesen, aber eins ist klar: China setzt nicht auf Individualmobilität mit Diesel und Öl. Geht ja auch gar nicht, bei der großen Zahl der Menschen. Wo die Reise hingeht, sieht man in Kalifornien. Los Angeles ist die Autostadt Nr. 1 auf der Welt. So große Autobahnkreuze wie dort finden Sie fast nirgends – und nach jahrzehntelanger Abstinenz eben auch eine U-Bahn.

Auch wir haben keine Glaskugel, um zu sagen, was aus der Autobranche wird, aber sie können vielleicht erkennen, wie wir arbeiten.

Nach einer kleinen Sommerpause geht es Ende August mit voller Kraft weiter. Für heute verbleibe ich mit sonnigen Grüßen und dem Wunsch an Sie, dass Sie nicht in einem ICE mit ausgefallener Klimaanlage sitzen, so wie ich gerade.
Autos haben einfach auch ihren Charme…


Georg Oehm

Dr. Georg Oehm arbeitet seit seiner Banklehre Mitte der 80er Jahre in Frankfurt "rund um die Börse". Nicht nur die Diplomarbeit über den Kurssturz 1987 und seine Promotion über den Rohstoffhandel von Kupfer hatten mit der Börse zu tun. Auch Unternehmenskäufe, Verkäufe und die Begleitung von IPOs gehörten zu seinen Tätigkeiten. Mellinckrodt & Cie hat als Family Office seit 2008 zwei Aktien-Fonds in Luxemburg initiiert. Das hierbei gewonnene Know-how in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Portfoliomanagement, Vertrieb und Kommunikation ist die Basis für den derzeit stattfindenden Aufbau weiterer Geschäftsaktivitäten rund um das Thema Kapitalanlage mit Bezug zur Schweiz.

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